Wir wissen es: Neurodermitis ist heilbar

Mit Entspannung der Neurodermitis trotzen…. Foto: fizkes

Liest man die Zeilen zu dem Artikel „Neurodermitis: Eltern sind die besten Therapeuten“, erschienen bei Zeit online am 12. Juni , bekommt man den Eindruck, dass Neurodermitis eine Erkrankung ist, mit der Betroffene halt leben und leiden müssen. Manchmal haben sie Glück und die Symptome verschwinden, manche leiden ein Leben lang.
Müssen sie aber nicht. Es gibt eine Alternative, die Betroffene aufatmen lässt und sie in 87 % der Fälle ihre Symptome verlieren und ganz aktiv an der Selbstheilung mitwirken können. Den Blick weg von ausschließlich der Schulmedizin, hin zur Psychosomatik. Hier liegt der Schlüssel. Wir sind den Weg gegangen, und unsere fast 1000 Vereinsmitglieder und natürlich noch viele, viele Menschen mehr –und er ist erfolgreich. Wie das geht? Keine Crèmes, kein Cortison, Kratzen erlaubt, Achten auf bestimmte Ernährungskomponenten (Keine!!! Diät!!!), Arbeiten mit und an der Stressregulation. Denn nach den Erkenntnissen und der jahrelangen Erfahrung und Forschung rund um das psychosomatische Behandlungskonzept bei Neurodermitis, Asthma und Allergien sind diese chronischen Erkrankungen Stresskrankheiten.

Genetik nicht entscheidend

Oder wie erklärt es sich, dass immer wieder Menschen ihre Neurodermitis verlieren – ist das nicht Beweis genug, dass die Erkrankungen heilbar sind? Doch, denn wäre es ein genetischer Defekt, könnte er nicht verschwinden. Natürlich gibt es genetische Prädispositionen, Veranlagungen, auch das Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle – Umwelteinflüsse unterhalten die Erkrankungen, sind aber nach den Erfahrungen keine Auslöser.
Seit über 30 Jahren mittlerweile werden in der Kinder- und Jugendklinik Neurodermitis, Asthma, Allergien sehr erfolgreich psychosomatisch behandelt. In dem Artikel heißt es, Eltern sind die besten Therapeuten….. Ja, sehr wahr, aber wer bildet sie aus? Und genau das geschieht in der Klinik. Die Bezugspersonen werden mit den betroffenen Kindern aufgenommen und werden drei Wochen von einem multiprofessionellen Team wie Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Erziehern, Ernährungsexperten geschult, angeleitet, informiert, was es auf sich hat mit den Krankheitsbildern.

Selbstheilung mobilisieren

Wie sie entstehen, wie sie unterhalten werden und wie wir ihnen ein Ende bereiten können. Der Weg, der hier gegangen wird, ist die Mobilisierung der Selbstheilungskräfte. Wir sorgen zu Hause für die bestmöglichen Bedingungen, um das möglich zu machen. Über ein Jahr werden die Patienten-/ Eltern weiter begleitet, durch die Station, durch unseren Selbsthilfeverein Allergie- und umweltkrankes Kind. Wir machen Mut, beraten, beantworten Fragen und bieten Austausch: Denn, der Heilungsprozess dauert im Schnitt ein bis anderthalb Jahre, wenn alles Erlernte konsequent umgesetzt wird. Es finden nach einem halben Jahr, nach einem Jahr Kontrolltermine statt.
Der Schlüssel ist eine liebevoll konsequente Erziehung, systhemische Erkenntnisse, was die Gesamtfamilienstruktur der Patienten betrifft, strukturierte Alltage, ritualisierte Tagesabläufe und Verhaltensweisen im Umgang mit der chronischen Erkrankung, Stresstraining. Und vor allen Dingen ein adäquater Umgang mit unseren Kindern.

Kratzen verliert seinen Schrecken

Schon während des stationären Aufenthaltes ist deutlich erkennbar, dass das Kratzverhalten zurück geht. „Nach den drei Wochen fahren wir mit unseren betroffenen Kindern nach Hause und ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Wir standen dem Neurodermitisgeschehen nie wieder so hilflos gegenüber wie vor dem Aufenthalt. Unser Sohn hatte ab seiner 7. Lebenswoche Neurodermitis. In der Klinik waren wir nach einem erfolglosen Therapiehopping durch Kliniken, Praxen, Apotheken, als er 13 Monate war. Nach anderthalb Jahren war der Spuk vorbei. Und die mindestens 35 Crèmetöpfe wurden sofort entsorgt“ erzählt Frauke Döllekes, Vorsitzende der Bundesverbandes Allergie- und umweltkrankes Kind e.V. noch heute erleichtert. Uns hat der Klinikaufenthalt ein Konzept an die Hand gegeben, das auch heute noch Bestand in unserem Leben hat. Und nebenbei werden die Kinder und Betroffene gesund! Wer Interesse hat, lese gern meinen Erfahrungbericht
Noch etwas: Nach zwölf Jahren völliger Symptomfreiheit rutschte unser Sohn mit 12 Jahren ins Asthma. Wir waren nochmals in der Klinik. Auch hier: Nach anderthalb Jahren war alles vorbei. Medikation herausgenommen, symptomfrei!
Wir werden weiter kämpfen und daran arbeiten, dass diese Behandlung mehr ins Bewusstsein rücken wird, dass es frei nach Dr. med. Eckart von Hirschhausen mehr gibt als Schul- und Alternativmedizin: Es gibt die Selbstheilung! Und die funktioniert – allein die Tatsache, dass viele Menschen auf ihrem Allergie-Weg gesund werden, ganz spontan, ist Beweis genug.
Wer Interesse hat, rufe uns gern unverbindlich an.
Frauke Döllekes