Wenn das Schreien einfach nicht aufhören will…

Die Schreiambulanz hilft – Wie, erklärt Dipl. Sozialarbeiterin Gabriele Grühn

Seit 2011  bietet die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen und hier insbesondere die Abteilung für Psychosomatik  Eltern der Region niederschwellige Hilfe und Unterstützung für Babys und Kleinkinder an, die unter einer Regulationsstörung leiden.

Regulationsstörung bezeichnet die nicht ausreichend oder angemessene Fähigkeit des Kindes, sich selber zu regulieren oder um es mit einfachen Worten auszudrücken: Den Kindern fehlt oft die Möglichkeit, sich ohne Hilfe von außen, selber zu beruhigen.

Oft fühlen Eltern sich hilflos und auch erschöpft, wenn sie ein „Schreibaby“ haben, das vermeintlich nie zur Ruhe kommt, schlecht trinkt, schlecht schläft und auch Nähe und Zuwendung durch die Eltern nicht als entlastend und hilfreich empfindet. Eltern geraten oft an ihre eigenen persönlichen Grenzen sowohl physisch wie auch emotional.

Die Schreiambulanz kann den Eltern Wege aufzeigen, wie  sie einer Regulationsstörung ihres Kindes entgegen wirken können.

„Seit nunmehr mehr als 5 Jahren bieten wir Unterstützung im Rahmen der ambulanten Versorgung und orientiert an der pädiatrischen Psychosomatik unseres Hauses  an. Um herauszufiltern, welches Problem die  Eltern bewegt, eine Schreiambulanz aufzusuchen, vereinbaren wir zunächst einen Termin zum Kennenlernen. Es findet ein  Anamnesegespräch (gern mit beiden Elternteilen) statt, bei dem in der Regel  Dr Lion, die Eltern und ich gemeinsam erörtern, welcher Weg der Hilfe im Einzelfall hier angemessen ist“, erläutert Dipl. Sozialarbeiterin Gabriele Grühn.

Schon bei diesem Erstkontakt lasse sich der Grad der Regulationsstörung und der Grad der Erschöpfung der Eltern ausloten, sodass wir am Ende des Gespräches entweder zu dem Ergebnis kommen,   dass eine ambulante Hilfe ausreicht oder vielleicht ein stationärer Aufenthalt empfehlenswert sei.

Sollte eine ambulante Unterstützung angezeigt sein, wird die weitere Betreuung und Unterstützung  ausschließlich durch mich gewährleistet, natürlich mit Unterstützung aller meiner Kollegen, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es notwendig erscheint. Ich vereinbare regelmäßige Folgetermine mit den Eltern, in denen sie alle notwendigen Informationen über Ursachen und aufrechterhaltende  Faktoren der Problematik bekommen, wir dann gemeinsam Ziele festsetzen, was in welchem Zeitrahmen und unter welchen Bedingungen  im Umgang mit dem Kind günstig verändert werden kann. Diese erarbeiteten „Hausaufgaben“ sollten dann durch die Eltern selbständig umgesetzt werden, sodass wir beim nächsten Folgetermin gemeinsam schauen können, welche Verhaltensmuster sich positiv verändert haben oder wo noch Klärungsbedarf besteht.

Sehr häufig beobachte ich, dass allein die Tatsache, dass Eltern wissen, dass es einen Ausweg aus der für sie scheinbar ausweglosen Situation gibt , Kraft verleiht.  Eltern erleben sich wieder als  selbstwirksam und bekommen ihre Sicherheit im Umgang mit dem Kind zurück.

Das Kind erlebt fürsorgliche und auch gestärkte Eltern und lernt nun immer mehr, sich selber zu regulieren, entspannter zu trinken, zu schlafen und die Zweisamkeit zu genießen. Ein Ziel, das die Eltern selber erreicht haben, mit ein klein wenig Unterstützung durch die Schreiambulanz….

Kontakt

Schreiambulanz  Kinder- und Jugendklinik, Adenauerallee 30, 45894 Gelsenkirchen

Tel. 0209 /369278 (Terminvergabe)

Fragen unter: gabriele.gruehn@kjkge.de

Wir benötigen einen Überweisungsschein ihres Kinderarztes an die Schreiambulanz Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen  mit dem Vermerk:  Regulationsstörung

Wir würden uns freuen, wenn sie auch Ihrem Kinderarzt von der Hilfemöglichkeit berichten,  um vielen betroffenen Familien Unterstützung anbieten zu können.

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