Über Umwege endlich ans Ziel gelangt

Endlich konnte unser Sohn wieder entspannt schlafen… Foto: candy1812

Unser  Sohn erkrankte mit ca. 2,5 Jahren an Neurodermitis. Nach einer  Kitareise war es zunächst um unsere Nachtruhe geschehen. Er schlief fortan keine Nacht mehr durch, sondern schrie sich durch den Schlaf, seine Haut wurde wunder und wunder. Für die ganze Familie begann eine aufreibende Zeit des Suchens nach Ursache und Linderung.

Therapie-Hopping

Die Diagnose wurde vom Kinderarzt gestellt und fortan probierten wir verschiedene Lösungsansätze aus. Gefühlt haben wir – so glauben wir – ALLES ausprobiert, was machbar ist: Der Besuch eines Heilpraktikers, eine kinesiologische Behandlung, Hautärzte, verschiedene Waschmittel, diverse Lebensmittel. Alles ohne den gewünschten Erfolg einer Verbesserung des Hautbildes. Im Gegenteil, je mehr wir probierten und probierten und uns nur noch auf die Krankheit fokussierten, desto schlimmer wurde die Haut, und damit unser aller Allgemeinzustand. Wir wurden immer gereizter.

Schließlich landeten wir in der Charité und wurden auch einmal stationär aufgenommen, dennoch zeigte sich trotz hoch dosiertem Cortison keine Besserung des Hautbildes.

Die behandelnden Ärzte schlugen eine Immunsuppressionstherapie vor. Eine Therapie, die normalerweise in der Organtransplantation eingesetzt wird, um das Immunsystem herunter zu regeln, damit das transplantierte Organ nicht abgestoßen wird. Die Ärzte wollten diese Behandlung beginnen mit der Begründung, dass das Cortison offensichtlich bei unserem Sohn nicht die gewünschte Wirkung zeigen würde. Nachdem ich mich, als medizinischer Laie, mit dieser Behandlungsform beschäftigt hatte, gingen bei mir die „Alarmglocken“ an. Diese Medikation kann so viele weitreichende Nebenwirkungen mit sich bringen, dass ich das Gefühl hatte, mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Da die Ärzte der Charité nicht zu einem offenen Gespräch darüber bereit waren, sondern ihren Weg, als den einzig möglichen sahen, verlor ich restlos das Vertrauen in diesen klinischen Ansatz.

Ich hatte bereits für mich sehr gute Erfahrung mit chinesischer Medizin gemacht und ging mit unserem Sohn in eine Berliner Klinik für  Traditionelle chinesische Medizin. Der Leiter der Klinik kam zum Erstgespräch dazu, nach der Anamnese schickte er unseren Sohn mit der behandelnden Ärztin für Akupunktur zum Nadeln in einen anderen Behandlungsraum und führte ein langes Gespräch mit mir.

Als Familie auf den Weg gemacht

Seine erste Frage brachte die Wende im weiteren Heilungsprozess. Er fragte mich schlicht: Was denn in unserer Familie los sei, denn seiner Ansicht nach könne man das Kind unterstützend akupunktieren, aber der Behandlungsansatz müsse eine umfassenderer sein, wenn eine Heilung angestrebt wird. Das war wahrlich kein leichtes Gespräch für mich und ich berichtete auch sehr viel Persönliches, z.B. auch von der angespannten Situation mit meinem Partner. Das Fazit aus dem Gespräch war, dass unser Sohn zwar weiterhin nach der traditionellen chinesischen Medizin behandelt wird, aber auch ich mir eine psychologische Unterstützung holen würde. Von diesem Gespräch berichtete ich meinem Kinderarzt, der mir daraufhin einen Kontakt mit einer anderen Patientenmutter herstellte, die mit ihrem Kind ebenfalls erfolgreich! in Gelsenkirchen gewesen ist. Nach einem langen persönlichen Gespräch und positivem Erfahrungsbericht, konnte ich  mir von der betroffenen Mutter das Buch „ Neurodermitis ist doch heilbar“ ausleihen. Und beim Lesen fiel es mir „wie Schuppen von den Augen“, in der Theorie klang alles so folgerichtig und plausibel.

Da merkte ich, dass ist wahrscheinlich unser Weg  – und ich hatte das Gefühl, dass dieser Ansatz unser letzter Rettungsanker war. Unser Sohn war mittlerweile 6 Jahre alt und sollte im Sommer eingeschult werden. Seine Haut war eine einzige Wunde und sein Gesundheitszustand mehr als instabil, mit anderen Worten: Er war dauernd krank. Ich bekam Panik, denn ich fragte mich, wie er so überhaupt die Schule schaffen sollte…..Der Kinderarzt unterstütze uns sofort, indem er uns an Gelsenkirchen überwies.

Seminare erläutern die Hintergründe

Was dann kam, war zunächst ein Schock. Eine Sache ist die Theorie, aber die Praxis  war emotional am Anfang nur schwer auszuhalten. Ich möchte es an dieser Stelle ruhig drastisch formulieren dürfen: Ich habe von Anfang an gespürt, dass wir in der Klinik richtig waren, aber emotional sind wir erst einmal durch die Hölle marschiert. Ich war es gewohnt, dass unser Sohn seine Grenzen testete, aber in der Klinik war er zunächst nicht mehr bei sich. Er rastete total aus, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und da boten sich einige. Seine Haut verschlechterte sich mit dem Ausschleichen des Cortisons dramatisch.

Unterstützung durch Gespräche

Ich konnte meine Ohnmacht und Trauer nur aushalten, weil uns von Anfang an starke Unterstützung angeboten wurde. Ich nutzte für mich z.B. die Gespräche mit Herrn Langer, mit unserem Sohn wurde zeitnah mit dem Schlaftraining begonnen und auch alle weiteren Therapieangebote waren eine große!  Hilfe!

Auch wenn mir die Rigorosität der Umsetzung der Theorie in die Praxis zunächst absurd streng vorkam. Dadurch, dass mein Umgang mit meinem Sohn wieder eine Struktur bekam und durch die erklärenden Elternseminare konnte ich verstehen und akzeptieren, was mit uns geschah.

Unser Sohn lernte durchschlafen

Und es geschah wirklich ein Wunder. Unser Sohn  hat wieder gelernt durchzuschlafen, seine Haut entspannte sich und war zwar noch trocken, aber nicht mehr blutig, als wir die Klinik verließen. Natürlich gab es zu Hause wieder ein paar Rückschritte, aber weil ich das Verhaltenstraining und die gemüsebetonte Vollwertkost konsequent weitergeführt habe, gelang es uns schnell, wieder den Weg der Heilung zu gehen. Seiner Haut sieht man heute kaum noch etwas an.

Ich mache konsequent noch immer täglich autogenes Training. Das hilft mir auch in den Zeiten, in denen er seine Grenzen wieder sehr testet. Meinem Sohn gönne ich noch immer ganz viele Pausen, Auszeiten und eine Struktur im Alltag.

Für uns war Gelsenkirchen der richtige Ansatz.

Wir haben wieder Lebensqualität  und unser Umgang miteinander ist wieder liebevoll und von Freude geprägt.

 

 

*Autorin ist der Redaktion bekannt

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