Stress lass nach mit autogenem Training

Das Autogene Training ist nur eine Möglichkeit von vielen, aktiv Entspannung zu „üben“.  Wir, die wir die psychosomatische Behandlung mit unseren chronisch erkrankten Kindern in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen durchlaufen haben, sind alle geschult worden in der Einübung des Autogenen Trainings. Selbstverständlich gibt es noch viele Verfahren mehr wie MBSR, ein spezielles Achtsamkeitstraining, progressive Muskelentspannung, Yoga, …

Hier soll insbesondere das Autogene Training Berücksichtigung finden, da wir als Betroffene die Erfahrungen und Auswirkungen selbst erfahren und zu 90 % dieses Entspannungstraining in unsere Alltage eingebaut haben.

Der Hintergrund:  „Stress ganz allgemein lässt sich senken, wenn man Organfunktionen, die stressabhängig sind, verändert. Auf Stress reagiert der Organismus mit Anspannung, besonders seiner Muskulatur. Mit Hilfe des ATs kann der Mensch seine Muskeln entspannen, was dann zum allgemeinen Stressabbau beiträgt“, beschreibt Professor Dr. med. Stemmann in „Neurodermitis ist doch heilbar“.

„Das Autogene Training hat sich als Verfahren zur Entspannung und zur therapeutischen Unterstützung bewährt. Der Gründer des ATs I.H. Schulz, arbeitete seit den 1930er Jahren erfolgreich mit dem Verfahren und verbesserte dies stetig. Schulz definierte es als „ein vom Selbst (autos) sich entwickelndes (gen=werden) und das Selbst gestaltendes Üben; Training“. Das Autogene Training ist eine selbsthypnotische Methode, die mittels bestimmter Formeln, die sich der Übende selbst vorgibt (z.B. Mein rechter Arm wird ganz schwer) arbeitet. Das Ziel der Methode ist eine willentliche Umschaltung von einer aktivitätsgerichteten Haltung in eine entspannende nach innen gerichtete Haltung“, beschreibt Dr. M. Weniger, Autor und Herausgeber von „Stressmedizin“.

Beim autogenen Training wird angestrebt, Phantasie, Gedanken und Gefühle besonders lebhaft und wach zu halten, dabei die Außenwelt aber wenig zu beachten. Der Mensch empfindet ein behagliches Gefühl. Er gerät in einen wohltuenden, erholenden und beruhigenden Zustand innerer Sammlung. Mit Hilfe solcher Entspannungsmethoden  lassen sich folgende Wirkungen erzielen:

  1. Entspannung als Erholung. Die Entspannung hat eine erfrischende und Leistung steigernde Wirkung zur Folge.
  2. Entspannung als Ruhigstellung. Das autogene Training bewirkt eine ruhigere und gelassene Lebenseinstellung. Echte gute Gefühle werden vertieft.
  3. Geistige Leistungen werden gesteigert
  4. Entspannung zur Selbstbeherrschung und Selbstbestimmung. Durch das autogene Training wird der Mensch von innen her ruhig.
    Ein dauerhafter Nutzen und Erfolg durch die Entspannungsübungen ist nur zu erzielen, wenn das Verfahren täglich, über lange Zeit (mindestens ein Jahr) praktiziert wird. Dann ist aber gewährleistet, dass die Grundspannung deutlich gesenkt wird und in diesem Zustand weniger heftig auf Stressreize reagiert wird.

Egal, ob gesund oder chronisch krank, gestresst oder empfunden entspannt – autogenes Training oder andere täglich praktizierte Entspannungsfaktoren tun jedem Menschen gut und würden das Stressmaß unserer stressinduzierten Alltage deutlich senken können.

Tatsächliche Indikationen für die Durchführung von AT  laut Dr. Matthias Weniger (Autor und Herausgeber des Buches „Stressmedizin) sind:

  • Erholung und Entspannung
  • Prävention stressbedingter Erkrankungen
  • Verbesserung der Konzentration
  • Entwicklung einer sensiblen Körperwahrnehmung
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Veränderung von inneren „Glaubenssätzen“
  • Selbstfindung

Kinder unter 12 Jahre können diesen Zustand über das seinsverlorene Spiel erreichen. Vorausgesetzt: Sie haben täglich eine Pause, die ihnen Raum dafür gibt.

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