Schlaf – Grundbedürfnis und Lebenselixier

Früher ging man davon aus, dass der Schlaf keine wesentliche Bedeutung für den Menschen hat und lediglich eine Unterbrechung des Tagesablaufes darstellt. Heute weiß man durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, dass der Schlaf lebensnotwendig für den Körper und die Psyche ist.

Was ist Schlaf eigentlich?

Schlaf ist bei weitem nicht, wie lange angenommen wurde, eine rein passive Tätigkeit. Während Teile des Körpers im Schlaf „auf Sparflamme“ arbeiten sind andere äußerst aktiv. Im Schlaf sind Kreislauf, Atmung und Puls verlangsamt. Der Körper reagiert schwächer auf äußere Reize. Gleichzeitig finden während des Schlafens wichtige Aufbau- und Abbauprozesse statt. Unser Gehirn arbeitet auf Höchstleistung und verarbeitet die Erlebnisse des Tages. Über den Schlaf machen sich die meisten nur Gedanken, wenn er gestört ist. Nicht zu Unrecht, denn lang anhaltende Schlafstörungen führen zu gesundheitlichen und psychischen Störungen.

Den Schlaf erforschen…

Die Vorgänge im Schlaf und damit die Erkenntnis über die Bedeutung des Schlafes für unsere Gesundheit ist erst in den letzten Jahrzehnten intensiver erforscht worden. Vieles ist noch unbekannt. Einig sind sich die Wissenschaftler, dass der Schlaf unverzichtbare Grundlage für Entwicklung, Wohlbefinden und Gesundheit ist.

Schlaf und Erholung

Schlaf ist kein gleichförmiger Vorgang. Im Schlaf durchlaufen wir unterschiedlich tiefe Schlafphasen, die sich im Laufe der Nacht immer wieder abwechseln. Wichtig für die Erholung im Schlaf sind zwei Phasen:

  • Im Tiefschlaf erholt sich der Körper. Hier werden wichtige Bausteine gebildet, die für die Erhaltung und Reparatur unserer Organe wichtig sind. Ausreichend langer Schlaf verlangsamt Alterungsprozesse.
  • In der so genannten Traum-Phase (auch REM-Phase genannt), findet die geistige Erholung statt.

Fehlen die REM-Phasen, so hat dies weit reichende Auswirkungen. Versuchspersonen, die im Schlaflabor in jeder REM-Phase geweckt wurden, zeigten bereits nach zwei Tagen psychische Auswirkungen wie depressive und aggressive Verstimmungen. Erstreckte sich der REM-Schlaf-Entzug über mehrere Wochen, traten Angstzustände und sogar schwere Psychosen auf. Für einen gesunden Schlaf ist ein ausreichend langer Schlaf mit Tiefschlaf- und REM–Phasen wichtig. Ist das Schlafprofil gestört oder die Schlafdauer deutlich verkürzt, verliert der Schlaf seine erholsame Funktion.

Schlaf und Lernen

Das Gehirn ist im Schlaf aktiver als im Wachzustand. Dabei wird nicht nur Gelerntes im Gedächtnis verankert. Auch Erlebnisse des Tages werden bewertet und unbewusst unseren Erfahrungen zugeordnet. Ständiger Schlafmangel verringert die Gedächtnisleistung. Tests, bei denen Versuchspersonen Vokabeln lernen mussten und nach unterschiedlicher Schlafdauer abgefragt wurden, haben dies bestätigt. Schlaf ist also nicht nur hilfreich für das Lernen, er ist dafür sogar notwendig.

Schlaf und Immunsystem

Unser Immunsystem arbeitet im Schlaf auf Hochtouren. Während des Schlafes werden besonders viele immunaktive Stoffe ausgeschüttet, die die Immunabwehr steigern. Infektionen können so am besten bekämpft werden. Ein Mangel an Schlaf führte in Untersuchungen schon nach sechs Tagen zu einer verminderten Antikörperantwort. Umgekehrt wird der Schlaf bei Infektionen stimuliert.

Schlaf tut gut und ist gesund

Auch wenn die täglichen Anforderungen stetig steigen, der Körper braucht den Schlaf, um sich zu regenerieren. Die Auswirkungen des Schlafmangels auf unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und die Erhaltung der Gesundheit kann nicht unterschätzt werden. Deshalb sollte bei Schlaflosigkeit immer die Ursachen von einem Arzt abgeklärt werden. Häufig helfen schon einfache Maßnahmen, um wieder zu einem gesunden Schlaf zu finden. Bei länger anhaltenden Schlafstörungen kann es durchaus sinnvoll sein, den Kreislauf aus Schlafstörung und der Unruhe am nächsten Tag zu durchbrechen. (Quelle: gesundheit.de)

All das gilt selbstverständlich auch für unsere Kinder. Zunehmend treten bei Kindern Schlafprobleme auf. Entweder sie können schlecht ein- oder nicht durchschlafen. Das hat fatale Auswirkungen auf die gesamten Abläufe am Tag. Eltern sind gestresst und genervt, weil sie nicht ausreichend Schlaf bekommen. Kinder kämpfen zunehmend mit Stresssymptomen wie chronischen Bauch- oder Kopfschmerzen, Allergien oder sonstigen chronischen Auffälligkeiten. Das sind alles Stressindikatoren. Wenn unsere Kinder nicht ausreichend schlafen, werden sie krank.

Und liebe Eltern und Betroffene: Wenn ein Kind über mehrere Monate oder gar Jahre nicht richtig schläft, gibt es ein Problem. Hier geht es ganz sicher nicht um eine Phase, die vorüber geht… Die Problematik ist darüber hinaus sicher nicht mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, sondern vielmehr mit einem professionell angeleiteten Schlaftraining wie es u.a. in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen praktiziert wird. Hier werden Bezugsperson und Kind drei Wochen aufgenommen und lernen wieder schlafen. „Wer hier gelernt hat, zu schlafen, verlernt das auch nicht mehr“, betont der Leiter der psychosomatischen Station, Kinder- und Jugendpsychologe Dietmar Langer. Die Erfolge sind messbar sehr groß!

Natürlich ist das Schlafbedürfnis von Kindern individuell unterschiedlich – es gibt aber Durchschnittswerte, nach denen man sich orientieren kann. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Bildung hat folgende Tabelle erstellt.

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