Neurodermitis ist dank der Behandlung weg

Fritz, zweieinhalb Jahre alt, litt von klein auf an Neurodermitis.
Ich, die soziale, naturverbundene, überzeugt stillende Mutter empfand diese Tatsache damals zunächst als eine Art „Fluch“ und verstand die Welt nicht mehr.
Als die Krankheit schließlich den kompletten kleinen Körper mitsamt Geist (und den der Familie) einforderte, erfuhren wir „zufällig“ von der Behandlung in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen. Unser dreiwöchiger Aufenthalt war ein Segen.
Es war hart, Fritz , erlebte den stärksten Schub, und es konnte einfach nur noch besser werden… Wir schöpften Kraft, Hoffnung und Vertrauen durch das Therapie‑Konzept und gingen ab dann gemeinsam den Selbstheilungsweg, der uns Geduld und Disziplin lehrte.
Drei Monate nach unserem Aufenthalt lösten wir in Bayern Haus und Hof auf, zogen mit unseren drei Kindern (6 – 4 – 1) in ein großes Wohnmobil und gingen auf Europa-Reise… für „Klein-Fritz „, laut Herrn Langer„… ein Überlebens-Training im positiven Sinne…“.
Tatsächlich förderte das Unternehmen seine Selbständigkeit. Firtz schlief in der Nacht tief und fest, hatte einen guten Appetit und war zu seinem 2. Geburtstag „sauber“, fing endlich an zu reden, die Haare wuchsen und aus dem hilflosen, anhänglichen Baby wurde ein kleiner, selbstbewusster Junge.
Über die Sommermonate am Atlantik war die Haut „blank“. Die Kratzanfälle beschränkten sich auf wenige Situationen ohne entzündliche Reaktionen.
Erst zum Winter hin, im neuen Zuhause auf Quinta Ciparros (Portugal), angekommen, flammte das Ekzem wieder auf, und ein heftiger Schub folgte zusammen mit der Erkenntnis:Die Mechanismen sind nicht überwunden, was machen wir nur falsch?
Wir bemühten uns um Souveränität, was nicht immer gelang… Fritz Widerstand wirkte sich auf das Essen aus. Er ging auf alles los, was er nicht sollte, nutzte jede Gelegenheit, die Vollwertkost zu brechen.
Die Kontrolle artete in Stress aus auf allen Seiten, dazu kam eine Herpes‑Infektion. Es gab nur noch eine Zuflucht: die Klinik in Gelsenkrichen. Ich bat um weitere vier Tage Auffrischungs-Aufenthalt, was uns sofort bestätigt wurde.
Zugegeben, ich fuhr mit einem mulmigen Gefühl los, obwohl das Ekzem die letzten Wochen wieder deutlich zurückgegangen war und Fritz sehr fit wirkte.Ich fühlte mich schuldig, weil die Neurodermitis nach diesem Jahr nicht überwunden ist und ich meiner Erwartung (!) nicht gerecht werden konnte.
In der „Mäuseburg“, das Spielzimmer auf Station,  wurde  schnell deutlich: Fritz ist noch voller Trennungsängste.
Frau Dr. Johna und Herr Langer bestätigten mir zwar, dass durch die vielen Ortswechsel und damit verbundenen Trennungen die Autonomie von Fritz unterstützt wurde, machten mir aber klar, dass wir Eltern hierbei die einzige Sicherheit darstellten, was eine weitere Fixierung zur Folge hatte.
Da sah ich den Weg ganz klar:
Jetzt an festem Platz in Portugal, in geschütztem Rahmen kann erst die Trennungsangst bearbeitet werden, also, packen wir’s an… und geben wir uns die Zeit! Welch eine Erleichterung.. kein Fehler, keine Schuld… !
Das Leben und dessen Umstände setzt uns weitere Prüfsteine, und wir dürfen daran wachsen -warum immer schon ans Ziel denken, wenn der Weg so lehrreich und intensiv ist?
An dieser Stelle möchte ich dem ganzen „Stationsteam“ danken für die nette Aufnahme und das Verständnis, die Hilfe und klärenden Gespräche; nicht zuletzt auch für die vielen Vorträge, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachten und viele „AhaErlebnisse“ bescherten.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch für den unermüdlichen Einsatz von dem Selbsthilfeverein AuK e. V. bedanken. Sie waren immer ansprechbar und mutmachende Begleiter in dem Heilungsprozess.
So verließen Fritz und ich frohen Mutes – mit Ernährungsempfehlungen -Erweiterung in der Tasche – die Klinik und machten uns keinen Stress mehr mit hohen Erwartungen und Erfolgsdruck, gingen gemeinsam weiter, der Sonne entgegen …
Nachtrag:
Der dreijährige Lausbub entwickelte sich prima, das Ekzem ist fast komplett verschwunden.
Noch nie zuvor konnte ich so gelassen und zuversichtlich in ein neues Jahr blicken und erlebe mich als Mutter wieder entspannt und ohne Sorge.
Mit den besten Wünschen grüßt eine der so vielen betroffenen Mütter, die den Weg mit ihrem Kind gegangen ist und erfolgreich zum Ziel gekommen ist.

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