„Jetzt auf der Sonnenseite“

Unsere Neurodermitis-Geschichte ist genauso grauenhaft wie alle anderen auch, die hier vorher beschrieben wurden – dazu muss man nichts mehr sagen. Es begann mit einem kleinen Fleck im Gesicht unserer Tochter im Alter von drei Monaten und artete im nächsten Vierteljahr über den ganzen Körper aus, über Monate schlaflose Nächte und Essenskämpfe beim Stillen und erster Breikost. Ein zufälliges Gespräch mit Bekannten, dem Tipp zum richtigen Arzt und dessen Empfehlung der Kinder und Jugendklinik in Gelsenkirchen waren purer Zufall zum richtigen Zeitpunkt, tiefer hätten wir nicht mehr fallen können. Nach Lesen der Homepage war uns sofort klar: Das ist das Richtige für unsere Familie. Wir haben uns einfach auf eine schwere Zeit eingestellt und wollten uns auf dieses Experiment einlassen. Die schwere Zeit haben wir erfahren und befinden uns jetzt auf der Sonnenseite. Unser Besuch in Gelsenkirchen war im Mai 2011 und ist somit schon über fünf Jahre her. In der Kinder- und Jugendklinik wurden wir „gerettet“. Ein langer und unbequemer Weg, begleitet von vielen blöden Kommentaren Anderer, führte uns zu einem gesunden und cleveren Kind. Mittlerweile bin ich (fast) dankbar für diese Stresskrankheit, denn es hat uns einen Weg aufgezeigt, den wir vielleicht nie gewählt hätten und schon gar nicht von selbst darauf gekommen wären. Jeden Tag begleiten uns immer noch die Herren Lion und Langer sowie die das ganze Team der KJ3 (nur mit dem AT klappt es nicht mehr so…). Tagtäglich üben wir uns immer noch in einem regelmässigen Tagesablauf, Mäuseburg und liebevoller konsequenter Erziehung, lassen nach stressigen Phasen genügend Ruhephasen folgen. Man lässt es als einen Teil des Alltaglebens zu und führt es selbstverständlich weiter – jeden Tag, immer noch nach über fünf Jahren. Viele Bekannte fragen erstaunt „Hat sie noch Neurodermitis?“ Nein, ist meine Antwort, und wir arbeiten jeden Tag daran, dass es so bleibt!

Im August wurde unsere Tochter eingeschult. Vor diesem neuen Lebensabschnitt hatten wir ein bisschen Angst. Doch mit dem Glauben an uns und das, was uns in Gelsenkirchen vermittelt wurde, haben wir das alle sehr gut gemeistert.

Mein Bericht soll Mut machen: Sein Leben positiv zu verändern, um sein Kind, seine Familie und sich selbst zu heilen. In den letzten Jahren habe ich mit vielen Eltern von ND-Kindern gesprochen. Viele sind nicht bereit, ihren Alltag zu verändern, um ein „besseres“ Leben zu führen. Diese Hürde ist für die meisten einfach zu hoch. Und wenn ich im Alltag ein fremdes ND-Kind sehe, kommen mir die Tränen – glücklich und voller schrecklicher Erinnerungen zugleich.

Und hier noch ein grosses Dankeschön an meinen Mann, der sich während des Klinikaufenthalts in der Nähe ein Zimmer in einer Pension genommen hat und mich drei Wochen lang tatkräftig unterstützte, indem er am ganzen Programm selbstverständlich teilnahm. Danke!

Tags from the story
, ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Unsere Neurodermitis-Geschichte ist genauso grauenhaft wie alle anderen auch, die hier vorher beschrieben wurden – dazu muss man nichts mehr sagen. Es begann mit...
" />