Gesunde Ernährung fängt erst einmal zu Hause an

Ein Apfel statt der Schokolode? Oder statt der Milchschnitte…

Foodwatch-Kritik: Essen in Kitas und Schulen ungesund

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert Kitas und Schulen: Zu ungesundes Essen –zu süß und zu fleischlastig… Sicher richtig. Aber was heißt das dann im Umkehrschluss? Weniger Zucker, mehr Gemüse, Fisch. Super. Wenn die Kinder das dann auch essen würden… Und die lieben Eltern nicht auf der Matte stünden, und sich über das Essen beschweren. Denn sie haben meist längst kapituliert zu Hause, dem Nachwuchs gescheit essen beizubringen. Oder kennen Sie das nicht: Gemüse? Fehlanzeige, essen meine Kinder nicht. Obst? Wenig. Nudeln mit Butter? Ja, gern. Pizza, Pommes, Ketchup & Co.? Auch. Aha.

Warum ist die Ernährung in den Einrichtungen denn so, wie sie ist? Offizielle Stellen können sich noch so viele Gedanken um gesunde Ernährung machen, die nicht angefragt wird, weil die Kinder sie in der Regel nicht essen. Dann beklagen sich ganze Elternschaften, dass es nichts Essenswertes für die Kinder gibt. Ich habe das selber, schon vor vielen Jahren mit meinen Kindern in den Einrichtungen erlebt. Politisch hört sich das ehrenhaft und toll an. Praktisch ist das kaum umsetzbar.

Das Drama fängt doch ganz woanders an:

Viele Kinder essen heute schon im Kleinkindalter nicht gesund genug bzw. werden an gesundes Essen gar nicht erst herangeführt.  Die Einkaufswagen für Zuhause werden mit Fertig-Süß-Produkten wie Fruchtzwergen, süßem Brot, Säften oder Limonaden, Babygläschen, Fischstäbchen, Ketchup, Burgern, Pommes & Co. gefüllt. Mehr Zucker und Inhaltsstoffe gehen kaum. Im Restaurant werden bei den Kinderportionen fast ausschließlich Spaghetti mit Tomatensoße, Pommes und Chicken Nuggets angeboten. Vor kurzem im Urlaub bekamen wir doch tatsächlich im Hotel über die umfangreiche Menükarte hinaus angeboten, dass im Bedarfsfall auch extra gekocht würde, wie Spaghetti mit Tomantensoße, Pommes mit Schnitzel, etc. Ist ja nett vom Hotel, aber ich habe in dem Moment nur gedacht, genau! Und das ist das Problem.

Nun soll es dann also in Kita und Schule plötzlich mehr Gemüse mit weniger Zucker geben? Ist ja wünschenswert. Aber die Realität ist eine andere. Darüber hinaus sollen dann Erzieher und Lehrer den Kindern noch beibringen, wie gesund essen geht? Meines Erachtens haben sie andere Aufgaben – und wir kommen unserer Pflicht im Elternhaus nicht mehr nach.

Da wäre es sinnvoller von Ministeriums- oder Regierungsseite oder Foodwatch oder welcher Institution auch immer Elternseminare anzubieten, die verunsicherten Eltern aufzeigen, wie es durchaus möglich ist, Kindern ein gesundes und normales Essen beizubringen.

Apropos Elternseminare: Wie wäre es mit einem Elternführerschein? Den gibt es: Elternführerschein nach D. Langer. Da geht es auch um das Thema Essen 😉 Wer ansonsten Informationen zum Thema haben möchte, kann sich gern mit unserem Verein in Verbindung setzen. Wir betreuen, beraten und begleiten Eltern, Betroffene, die mit Ess- und Fütterstörungen ihrer Kinder zu tun haben.

Und wer noch mehr erfahren möchte, wie es eigentlich passiert, dass wir in solche ungesunden Teufelskreise geraten, dass unsere Kinder zunehmend nur noch das essen, was sie meinen, das ihnen guttut, sollte keinesfalls den Dokumentationsfilm Elternschule verpassen. Er kommt ab dem 11. Oktober bundesweit in die Kinos.