Figurenspiel-Therapie – Pamela Brockmann

Die Figurenspiel-Therapie ist seit 2012 fester Bestandteil der Komplextherapie der pädiatrischen Station für Psychosomatik, Allergologie und Pneumologie der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen. Im Rahmen der Figurenspiel-Therapie kann das Kind eigene Geschichten erfinden, und so einen spielerischen Ausdruck für seine Gefühle, Gedanken und Erfahrungen finden. Im Spiel mit den Figuren haben alle Gefühle einen Platz, das Kind kann begeisternde Freude genauso durch die Figuren zeigen, wie auch Wut, Traurigkeit und Angst. Kinder können ihre Bedürfnisse viel leichter über das Spiel ausdrücken, als dass sie sie mit Worten beschreiben könnten. Im Spiel ist die Sicht es Kindes auf seine Situation und seine Familie sichtbar und dies in sehr prägnanten, einfachen Bildern. Diese Geschichten erzählen immer wieder von der enormen Kompetenz und Feinfühligkeit der Kinder, die Konflikte zwar nicht mit dem Verstand und Worten erklären können, diese aber erfühlen und bildhaft ausdrücken können. Diese Bilder eröffnen den Eltern oft einen neuen Blick auf ihr Kind und ihre Situation. Aus dem neuen Verständnis für ihr Kind stärkt sich die Eltern-Kind-Beziehung und verändert den Umgang miteinander. Die Kinder wiederum können mit Hilfe ihrer Phantasie und der Figuren agierend neue Verhaltensweisen ausprobieren, sich ihren Ängsten stellen, Erlebnisse verarbeiten, sich ausprobieren und in ihrer Persönlichkeit weiter reifen.

Die Figurenspiel-Therapie zählt zu den tiefenpsychologischen Verfahren und basiert auf der analytischen Psychologie von C.G. Jung. Entwickelt wurde die spezielle Methodik von Käthy Wüthrich und Klaus Harter in der Schweiz. Gespielt wird mit Handspielfiguren, die auch von den Kindern selbst geschaffen werden. Dabei sind die Prinzessinnen  und Einhörner bei den Mädchen sehr beliebt und der Piratenkapitän und die Drachen bei den Jungen – wobei es im Spiel auch genau umgekehrt sein kann. Es kommen Symbole wie Schatzkisten, Brot, Apfel oder eine Rose vor, wie wir sie auch aus Märchen kennen, aber auch das Handy und der Fußball haben ihren Platz im Spiel. Die Bühne entsteht auf einem höhenverstellbaren Bügelbrett oder Tisch aus Tüchern, Kisten, Steinen, Muscheln, Holzstücken und Puppenmöbeln. Geeignet ist das Spiel für Kinder ab 3 Jahren und es sind immer ganz besondere Momente, wenn die Kinder auch mal gemeinsam mit Mutter oder Vater eine Geschichte erfinden.

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