Dokumentarfilm „Elternschule“

Bei den Dreharbeiten auf Station… tausende Minuten Filmmaterial sind entstanden… Ralf Bücheler (Ton, Co-Regie) und Daniel Schönauer (Kamera) bei der Arbeit auf der KJ 3 . Foto: if… Productions/Jörg Adolph
 

Was für ein umfangreiches Projekt – sogar nachts wurde gedreht: Der Dokumentarfilm „Elternschule“ von Jörg Adolph & Ralf Bücheler ist fertig. Über ein Jahr haben sie samt Team gedreht auf der pädiatrischen psychomatischen Station in Gelsenkirchen. Das Ergebnis ist beeindruckend. Am 6. Mai ist Filmpremiere in München – im Herbst läuft die Doku in Programmkinos bundesweit und im kommenden Jahr im Fernsehen.

Kinder im chronischen Stress: Laura schreit 14 Stunden am Tag. Anna kämpft mit ihrer Mutter um alles. Lucy hat noch keine Nacht durchgeschlafen. Joshua wird schnell wütend und beruhigt sich nicht mehr. Mohammed Ali kratzt sich blutig, schläft kaum und jammert den ganzen Tag. Felix trinkt nur Milch, die er gleich wieder erbricht. Zahra isst überhaupt nichts mehr, außer Pommes und Chicken Nuggets.

Chronische Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten

Sie alle kommen mit ihren erschöpften Eltern in die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, Abteilung „Pädiatrische Psychosomatik“. Hier werden chronische Krankheiten behandelt: Neurodermitis, Asthma, Allergien, Schlaf- und Essstörungen, Verhaltensauffälligkeiten. Mindestens drei Wochen lang bleiben Eltern und Kinder in der Klinik und durchlaufen ein umfassendes Programm: Schlaftraining, Esstraining, Verhaltenstraining, Psychotherapie und Erziehungscoaching. Die Behandlung ist ganzheitlich, d.h. es geht hier nicht nur um die Symptome der Kinder, sondern um das gesamte Beziehungsgeflecht der Familie – und um das Verhalten der Eltern. Aber das wird den Betroffenen erst nach und nach klar.

Der Psychologe Dietmar Langer hat dieses Programm entwickelt – zusammen mit einem Team aus Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften. Seit 30 Jahren erforscht er die Zusammenhänge zwischen Stress, Erziehung und chronischer Krankheit. Zweimal die Woche steht Dietmar Langer an einer alten Schultafel vor staunenden Eltern und erzählt: Wie „ticken“ Kinder? Was brauchen sie von uns Erwachsenen – und was nicht? Welche Entwicklungsschritte durchlaufen sie? Und was können wir als Eltern tun, damit aus ihnen starke, gesunde und zufriedene Erwachsene werden?

Filmteam blickt hinter die Kulissen

„Wir begleiten Kinder und Eltern durch ihre Zeit auf der Station „KJ3“ – vom Aufnahmegespräch bis zur Nachsorge, ein halbes Jahr nach der Entlassung. Wir erleben das Auf und Ab einer radikalen, ganzheitlichen Behandlung. Dabei wird nicht nur den Kindern einiges abverlangt – vor allem sind die Eltern gefordert. Sie nehmen Abschied von festgefahrenen Verhaltensmustern, lernen ihre Kinder neu kennen – und finden oft erst hier heraus, wie das geht: Gute Erziehung. Wir erleben Fortschritte, Rückschläge – und Heilung. Und am Ende lacht sogar einer, dem wir das nie zugetraut hätten.

„Elternschule“ betrachtet ein zentrales Konfliktfeld unserer Gesellschaft: Erziehung. Wie gehen wir richtig mit unseren Kindern um – und mit uns selbst?“, resümieren Jörg Adolph und Ralf Bücheler.

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Was für ein umfangreiches Projekt – sogar nachts wurde gedreht: Der Dokumentarfilm „Elternschule“ von Jörg Adolph & Ralf Bücheler ist fertig. Über ein Jahr...
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