Allergie – eine Stresserkrankung

Referent hält Vortrag vor vollem SaalWas wir  von der Psyche lernen können

Auf eine emotionale und wissenschaftlich fundierte Reise durch den Blickwinkel der Psychosomatik nahm Dr. med. Kurt-André Lion die Interessierten in seinem Vortrag „Allergien sind heilbar“ vor kurzem  im Familienzentrum am Brandenbusch. Der Kinderarzt und Allergologe sensibilisierte für einen Perspektivwechsel in der Betrachtung des chronischen Krankheitsgeschehens an den Beispielen Allergien, Neurodermitis und  Asthma. Dabei „verteufelte“ er keinesfalls herkömmliche Behandlungsmethoden aus Akut- oder Alternativmedizin, vielmehr konzentrierte er sich auf die Selbstheilung, die möglich ist. Jeder von uns kennt mindestens einen ehemals Betroffenen: „Ich hatte früher einmal Asthma“, „mein Heuschnupfen ist wie weggeflogen“, „meine Neurodermitis verschwand in der Pubertät“… Wenn die Allergien nun also wirklich ein genetischer Defekt wären, könnten sie nicht verschwinden. Aber die gute Botschaft ist: Wir müssen nicht solange darauf warten – wir können aktiv Einfluss nehmen und die Selbstheilung forcieren.  Auf unterschiedlichen Wegen. Mit Hilfe der Akutmedizin (natürlich werden z.B.  die Asthma-Patienten zunächst medikamentös eingestellt) und dem  Wissen aus Psychosomatik und Hirnforschung. In der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen werden Allergien seit 30 Jahren sehr erfolgreich verhaltenstherapeutisch behandelt. 87 % der Betroffenen werden innerhalb von max. zwei Jahren gesund – wenn liebevoll konsequent befolgt wird, was die Patienten-/Eltern während des stationären Aufenthaltes lernen. „Wir wissen seit vielen Jahren, dass chronische Erkrankungen Stresserkrankungen sind“, sagt Dr. Lion.  Was liegt also näher, als den Allergien mit Stressregulation zu begegnen? Und das wird in der Klinik gemacht. Es wird eine gesunde Lebensweise gelehrt, eine gemüsebetonte Vollwertkost empfohlen und vor allem in das Wissen der Hintergründe von Entstehung, Verlauf und Aufrechterhalten der Allergien sowie Stressmedizin eingewiesen.

Die Arbeit beginnt dann zu Hause. Denn der Selbstheilungsprozess dauert im Schnitt ein bis zwei Jahre.

Bei der Umsetzung des Erlernten hilft neben den Kontrollterminen in der Klinik (nach einem halben Jahr und einem Jahr) der Bundesverband Allergie-und umweltkrankes Kind e.V.

Der Selbsthilfeverein berät, betreut und begleitet bundesweit Betroffene, die sich für diesen ganzheitlichen Weg der Behandlung bei Allergien entschieden haben, bei der praktischen Umsetzung. Die Mehrheit der Mitglieder hat das Konzept durchlaufen und ist verschiedene Symptome rund um das Thema Allergie in überschaubaren Zeiträumen losgeworden.

Mir persönlich hat die Behandlung gleich drei Mal geholfen: Meinen Heuschnupfen, meine Hausstauballergie bin ich seit vielen Jahren los. Mein Sohn hatte im Alter von 13 Monaten Neurodermitis – er war dank der Behandlung nach anderthalb Jahren gesund. 12 Jahre hatte er keinerlei Symptome. Mit 12 Jahren drohte er dann plötzlich ins Asthma zu rutschen. Wir waren nochmals in der Kinder- und Jugendklinik und auch das Geschehen hat sich nach einem Jahr verhaltenstherapeutischer Maßnahmen und begleitender medikamentöser Behandlung mit anschließendem Ausschleichen der Medikation erledigt. Er hat keine Symptome mehr.

Und so gibt es zahlreiche Menschen in unserem Verein, die ihre ganz persönliche Heilungsgeschichte erzählen können. Eines unserer Mitglieder hat mit dem Wissen und der Behandlung ihren Morbus Crohn in den Griff bekommen…

Wer jetzt immer noch der Meinung ist, dass Allergien nicht heilbar sind, der rufe doch einmal an.

 

Wir geben gern Auskunft.

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